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Die Salzpfannen bei Marsala (Sizilien)
Die
Salzstraße, ein von der EG gemünzter Ausdruck, führt von
Marsala nach Trapani, denn die Lagunen zwischen den zwei Städten
sind mit Salzpfannen geschmückt, heute freilich nicht mehr ganz so
zahlreich wie einst, denn Trapani hat seine Lagunen teilweise gefressen
und überbaut. Aber dennoch das weitaus größte Überbleibsel
in Italien dieser einstmals weit verbreiteten Industrie. Eine Welt für
sich, mit seiner eigenen Sprache und eigenen Gebräuchen, und auch
dem modernen Stadtmenschen fast unbekannt.
Marsalas Anteil an dieser Welt ist im sogenannten Stagnone (Großer
Teich) – eine durch die Isola Lunga (Lange Insel) vom offenen Meer
getrennte Lagune – konzentriert und reichlich mit den charakteristischen,
von Dachziegel-bedeckten Salzhaufen flankierten Kahnkanälen –
der einstmalige Transportweg – und Windmühlen versehen. Der
Entwurf der Windmühlen wird Leonardo da Vinci zugeschrieben. Eine
davon – bei der „Ettore e Infersa“ Pfanne, wo sie zum
mahlen des Salzes diente – ist völlig rekonstruiert und kann
jeden Tag besucht werden. Zweimal in der Woche wird sie auch für
Besucher speziell betrieben. Die Kanäle dienen heute als Abfahrtstellen
für die Fähren nach Mothia, die Besichtigung der Salzpfannen
kann also mit einem diesem höchst interessanten klassischen Ruinenfeldes
gewidmeten Besuch verbunden werden, welches die mehr abenteuerlustigen
auch über die alte, heute noch begehbare Unterwasserstraße
erreichen können.
Auch gibt es ein kleines Museum, wo die einstmaligen, meist aus Holz gefertigten
Werkzeuge und Maschinen zu sehen sind. Und die unbenützten Pfannen,
ganz besonders bei San Teodoro, am Nordeingang des Stagnone, sind zu einem
bevorzugten Aufenthaltsort für wandernde Wasservögel geworden.
Zur richtigen Jahreszeit können Sie dort auch ein Unzahl rosaroter
Kraniche bewundern.
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