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DIE GESCHICHTSSRAßE

Die Geschichtsstraße führt lange zurück, denn die Sgraffitos in den Höhlen auf den Egaden, wohl eines der ersten Kunstwerke des Menschen, sind rund 50.000 Jahre alt. Thucidides erzählt von trojanischen Flüchtlingen als Ursprung der Elimer und ihrer Städte Eryx, Segesta und Entella, aber die Zyklopenmauern und das Venus Heiligtum am Eryxberg (an einem schönen Tag schweift Ihr Blick von dort bis nach Afrika!) sind älter als der Fall Troja’s und auch die griechische Mythologie bring den Berg schon mit Dedalus und Minosse in Zusammenhang. Dann kamen alle anderen, Griechen, Punier, Römer, Byzantiner, Araber, Normannen, Hohenstaufen, Franzosen, Spanier (auch die Goten und Vandalen haben sich kurz sehen lassen) und ihren Konflikten verdanken wir drei große Ruinenfelder (Segesta, Selinunt und Mothia) und ein viertes (erst sehr teilweise ausgegrabenes) liegt vor Marsala selbst. Wohl das eindruckvollste von ihnen, Selinunt (409 B.C. in seiner Blüte von den Karthagern zerstört), zeigt eine große griechische Stadt (die Einwohnerzahl wird auf 80.000 geschätzt) mit Akropole, zwei Häfen und einer Unzahl von Tempeln. Nicht weit davon, in den Steinbrüchen von Cusa, können Sie heute noch sehen, wie die Griechen ihre Kolonnen gewannen und sich die noch unbeantwortete Frage stellen, wie sie sie transportierten.
Als punisches Gegenstück finden Sie die Inselstadt Mothia, in der Stagnone Lagune bei Marsala, nur 22 Jahre später von Dionysus und seinen Syrakusern dem Boden gleichgemacht. Das ist auch der Ursprung Marsala’s, denn die Überleber haben sich dann bei Kap Boeo, die Westspitze Sizilien’s, niedergelassen und dort die Stadt unter dem Namen Lylibaeum gegründet. Gut erhalten geblieben ist aber das Kielholdock von Mothia, und ein guter Teil der ausgegrabenen Schätze ist im dortigen Museum zu sehen. Auch die Unterwasserstraße zum Festland ist erhalten geblieben. Viel anderes, vor allem ein aus erst jüngst entdeckten Überresten rekonstruiertes punisches Schiff, erwartet Sie im archäologischen Museum in Marsala.
Auch Segesta ist noch großteils unausgegraben, hat aber seine zwei Prachtstücke intakt erhalten: der alleinstehende Tempel (6 x 14) und das heute noch benützte Bergspitzentheater mit seiner atemraubenden Aussicht auf den Golf von Castellamare als Bühnenkulisse.
Vom Ruinenfeld vor Marsala ist bis jetzt nur ein Teil des decumanus ausgegraben, auch einige interessante Mosaikböden aus römischen Zeiten. In der Stadt selbst aber sind noch Teile des sogenannten „punischen Grabens“ zu sehen, der einst die Befestigungen umgab. Auch von den freilich jüngeren Befestigungen sind einige Bastionen erhalten geblieben, und das Normannische Schloss dient heute als Gefängnis. Ein zweites Normannenschloss können Sie in Salemi sehen.
Und dann die Kirchen, aber das ist schon wieder ein anderes Kapitel ...

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